Erfolgreiche Premiere des Stücks „Landkarten des Lebens“

Bereits zum sechsten Mal präsentierte der VbFF ein Theaterstück, das von geflüchteten Frauen und jungen Müttern aus dem Vorbereitungskurs für die Ausbildung zur Bürokauffrau konzipiert wurde. Auch wenn die Gruppen auf den ersten Blick sehr unterschiedlich scheinen, bewies die Aufführung im voll besetzten Theaterhaus das universale Themen des Mensch-Seins wie Einsamkeit, Schmerz oder die Beziehung zwischen Eltern und Kindern als verbindendes Element fungieren.

Über Gesänge, den performativen Einsatz von Papier und Szenen transportierte die Inszenierung eine melancholische Stimmung, die jedoch auch von spielerischen Momenten gebrochen wurde. Die VbFF-Teilnehmerinnen zeigten ihre persönlichen „Landkarten des Lebens“: Szenen von Flucht und Grenzerfahrungen reihten sich an Darstellungen von Einsamkeit und Kontaktaufnahme. Das Publikum war sichtlich berührt und würdigte die Leistung der Darstellerinnen mit tosendem Applaus.

Mit Freund*innen, Familie und VbFF- Mitarbeiterinnen feierten die frischgebackenen Schauspielerinnen bei einem netten Buffet ihren Erfolg. Sichtlich stolz berichtet eine Teilnehmerin: „Am Anfang wusste ich gar nicht, was das mit dem Theater soll. Ich bin doch hier um Deutsch und für meinen Beruf zu lernen. Aber durch das Theaterspielen habe ich auch viel gelernt – meine Angst zu überwinden und selbstbewusst zu sein!“

Premiere des VbFF- Theaterstücks „Wir trauen uns was!“

© Frau Winkelmann Businessfotografie

Ängste überwinden und sich etwas trauen – mit diesem Thema setzt sich das diesjährige Theaterprojekt des VbFF auseinander. „Mit der Stückentwicklung hat auch der VbFF ein spannendes Experiment gewagt: Die Inszenierung entstand zum ersten Mal innerhalb von nur vier Vormittagen“, erläutert Kerstin Einecke, Geschäftsführerin des VbFF. Unter Anleitung der Theaterpädagogin Arnika Senft entwickelten VbFF-Teilnehmerinnen eine Collage, die sie am 07. Juni im Großen Saal der Jugendherberge Frankfurt präsentierten.

Die elf Frauen, welche sich auf die Ausbildung über 25 sowie die Assistierte Ausbildung vorbereiten, nahmen das Publikum auf eine bewegende Forschungsreise durchs Theater, ihr Leben und den Alltag mit. Über Sound, Bewegung und Texte gaben die Teilnehmerinnen Eindrücke in ihre persönliche Welt – etwa in Stimmen, die Ihnen zuraunen „Das schaffst du nie!“. Nadine Neidert, zuständige Sozialpädagogin, betont die Bedeutung von Theaterarbeit: „Kreative Methoden ermöglichen es, neue Wege auszuprobieren und innovative Antworten auf Fragen zu entwickeln“. Das ist den zukünftigen Auszubildenden dann auch gelungen – am Ende des Stücks werden den negativen Stimmen Aussagen wie „Ich bin dankbar für die Unterstützung, die ich bekomme“, entgegengesetzt.

Das Publikum fieberte mit und belohnte das Ergebnis mit tosendem Applaus. Zum Abschluss überreichten VbFF-Geschäftsführerin Kerstin Einecke und Dörte Ahrens vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration den Darstellerinnen Blumen. Ahrens gratulierte den frischgebackenen Schauspielerinnen zu ihrer Leistung und lud sie auf eine Tasse Kaffee ins Ministerium ein. Sichtlich stolz auf ihren Erfolg ließen sich die Teilnehmerinnen noch feiern und den Abend im Kreis von Freunden, Familie und Mitarbeiterinnen des VbFF ausklingen.

Den Artikel aus der Frankfurter Neuen Presse können Sie hier lesen, den Artikel aus dem Sachsenhäuser WochenBlatt vom 19.06.2019 finden Sie hier.

Danke an Bank of America Merrill Lynch

Am Dienstag, den 14.05.2019 haben zwei IT-Mitarbeiter der Bank of America Merrill Lynch15 VbFF Mitarbeiterinnen zu Themen im Bereich Anwendung mit Microsoft Office Excel geschult. Ziel war es, das Wissen zu vertiefen und zu erweitern. Dabei wurden grundlegende Begriffe im Excel-Bereich besprochen, sowie die wichtigsten Grundformeln, die den Arbeitsalltag verbessern, geübt. Wir bedanken uns bei der Bank of America Merril Lynch für die Unterstützung unserer Arbeit.

Durch Ausbildung die Erwerbstätigkeit von Frauen mit Migrationshintergrund erhöhen

Pressemitteilung: „Frauen wie wir haben sonst keine Chance“

Trotz einen sich entspannenden Ausbildungsmarktes haben Menschen mit Migrationshintergrund bei der Ausbildungsplatzsuche deutlich weniger Erfolg. Besonders betroffen sind Frauen: 40 Prozent haben keinen berufsqualifizierenden Abschluss und sind dementsprechend seltener erwerbstätig. Spezielle Ausbildungsprojekte für Frauen mit Migrationshintergrund unterstützen auf dem Weg in den Arbeitsmarkt.

Der Monat März rückt mit dem internationalen Frauentag, dem Equal Pay Day und den internationalen Wochen gegen Rassismus das Thema Diskriminierung in den Vordergrund. „Das ist ein guter Anlass, um den Fokus auf eine doppelt benachteiligte Gruppe zu lenken: Frauen mit Migrationshintergrund“, erklärt Kerstin Einecke, Geschäftsführerin des VbFF – Verein zur beruflichen Förderung von Frauen e.V.

Seit 28 Jahren bildet der VbFF junge Frauen mit Migrationshintergrund in kaufmännischen Berufen aus. Engagement, dass sich lohnt, wie Sozialdezernentin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld betont: „Der VbFF unterstützt, wenn es zwischendurch an Motivation mangelt.“ Die Ausbildung sei „der Weg zu einem Beruf mit Aufstiegschancen statt in prekäre Beschäftigung.“ Dem pflichtet VbFF-Geschäftsführerin Kerstin Einecke bei: „Gerade Büromanagement ist ein Berufsbereich mit großer Nachfrage. Leider haben unsere Teilnehmerinnen aufgrund von Mehrfachbelastungen auf dem Ausbildungsmarkt kaum Chancen“.

Diese Erfahrung machte auch Gözdem Aydogan, Auszubildende im dritten Jahr: „Ich habe mich bei mehreren Firmen beworben und nur Absagen erhalten. Erst mit dem VbFF habe ich einen Ausbildungsplatz gefunden. Ohne solche Projekte haben Frauen wie wir keine Chance.“ Ebenso wie Aydogan befindet sich auch Melani Dragičević auf der Zielgraden zum Ausbildungsabschluss. Der Abschlussprüfung im Sommer schaut sie dank der Unterstützung des VbFF optimistisch entgegen: „Ich habe eine Mathelernschwäche, die mir Probleme bereitet hat. Im VbFF habe ich speziellen Unterricht erhalten und komme jetzt gut damit zurecht.“

Die seit 2009 in Deutschland lebende Eritreerin Harena Zemat hat die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement bereits erfolgreich abgeschlossen. „Ich war hochschwanger, als ich meine Prüfung gemacht habe. Weil ich das Gefühl hatte, das immer jemand hinter mir steht, habe ich die Ausbildung geschafft!“ Nach dem Mutterschutz beginnt sie wieder, in ihrem Ausbildungsbetrieb zu arbeiten. Auch Elvira Karabalut hat nach der Ausbildung in ihrem Betrieb gearbeitet und parallel zu ihrer Vollzeitstelle die Weiterbildung zur Betriebswirtin begonnen, die sie nach ihrer Elternzeit fortführen möchte – denn „dann kann ich auch in anderen Bereichen arbeiten“, erklärt sie. Dieses Ziel teilen Aydogan und Dragičević: Auch sie planen nach dem Abschluss, die Weiterbildung zur Betriebswirtin zu absolvieren.

Den Artikel zu dem Thema aus der Frankfurter Rundschau vom 29.03.2019 finden Sie hier

Schluss mit der Lohnlücke von 21 Prozent zu Lasten der Frauen!

Frauen verdienen durchschnittlich bei gleicher Arbeitszeit und gleicher Qualifikation 21 Prozent weniger als Männer – auf diese Ungerechtigkeit möchte der Equal Pay Day jedes Jahr aufmerksam machen. Der Equal Pay Day wird in Deutschland am 18. März begangen – denn bis zu diesem Tag arbeiten Frauen rechnerisch unentgeltlich. In Frankfurt lud das Frankfurter Aktionsbündnis anlässlich des Equal Pay Days zu einem Flashmob auf dem Römerberg ein. Mit roten Stofftaschen machten die Teilnehmerinnen auf die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen aufmerksam. Nachdem die Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) die Aktion eröffnete, wurde auf dem roten Sofa über Lohnungleichheit diskutiert – mit dabei war auch VbFF- Mitarbeiterin Karin-Rosemarie Bleser. Bleser betonte, dass es – nicht nur an diesem Tag – wichtig sei dieses Thema mehr ins gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken. Auch die Geschäftsführerin des VbFF, Kerstin Einecke, unterstützte die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit tatkräftig mit. Mehr dazu hier.