
© Marie Hübner/Graphic Telling
Unter dem Titel „Zukunft der Frauenförderung in Zeiten knapper Kassen“ lud die Initiative Frankfurter Frauenträger (IFF) am 1. September zu einem Podiumsgespräch ein. Vor dem Hintergrund wachsender Einsparungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene diskutierten Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft darüber, welche Bedeutung Frauenförderung heute hat und wie Chancengleichheit auch unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen gesichert werden kann.
Auf dem Podium begrüßte die IFF Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen der Stadt Frankfurt am Main, Björn Krienke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main, Dr. Brigitte Scheuerle, Geschäftsführerin Aus- und Weiterbildung der IHK Frankfurt am Main, sowie Cora Stein, Bereichsleitung Bildung & Soziales bei der Crespo Foundation.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, welche Rolle Frauenförderung für eine gerechte und zukunftsfähige Gesellschaft spielt. Dabei wurde deutlich, dass Frauenförderung weit mehr ist als die Unterstützung einzelner Zielgruppen. Sie wurde als wesentliche Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, Chancengleichheit und Selbstbestimmung beschrieben. Gleichzeitig betonten die Teilnehmenden ihre wirtschaftliche Bedeutung: Angesichts des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels könne es sich weder die Wirtschaft noch die Gesellschaft leisten, auf die Potenziale von Frauen zu verzichten.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den politischen Rahmenbedingungen. Die Diskutierenden waren sich einig, dass Gleichstellung eine dauerhafte öffentliche Aufgabe bleibt und verlässliche Strukturen benötigt. Gerade in Zeiten knapper Kassen bestehe die Gefahr, dass über Jahre aufgebaute Unterstützungs- und Beratungsangebote geschwächt werden. Deshalb brauche es langfristige politische Entscheidungen, die Chancengerechtigkeit fördern und bereits Erreichtes sichern.
Besprochen wurden zudem die Voraussetzungen für wirtschaftliche Unabhängigkeit und gesellschaftliche Teilhabe von Frauen. Bildung, Ausbildung und berufliche Integration wurden dabei als zentrale Faktoren hervorgehoben. Ebenso wurde die Bedeutung einer gerechten Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit thematisiert. Die Teilnehmenden plädierten dafür, traditionelle Rollenbilder weiter aufzubrechen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt ermöglichen.
Auch die Sichtbarkeit von Frauen und ihren Lebensrealitäten spielte in der Diskussion eine wichtige Rolle. Förderangebote seien nicht nur individuelle Unterstützung, sondern trügen dazu bei, soziale Teilhabe zu ermöglichen, Perspektiven zu eröffnen und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung von Angeboten für Frauen in unterschiedlichen Lebenslagen, etwa beim Einstieg in Ausbildung und Beruf, auf dem Weg in die Selbstständigkeit oder nach belastenden Lebens- und Gewalterfahrungen.
Zum Abschluss richtete sich der Blick nach vorn: Welche Stadt wollen wir sein? Die Teilnehmenden zeichneten das Bild einer Stadtgesellschaft, in der gleiche Chancen auf Bildung, Arbeit und gesellschaftliche Mitwirkung selbstverständlich sind. Frauenförderung wurde dabei als Investition in die Zukunft verstanden – nicht nur für Frauen selbst, sondern für die gesamte Gesellschaft. Die zentrale Botschaft der Veranstaltung lautete: Gerade in Zeiten knapper Kassen darf Gleichstellung nicht zur freiwilligen Leistung werden, sondern muss als grundlegende Voraussetzung für soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Stärke erhalten bleiben.

Vertreterinnen der IFF und Podiumsteilnehmende
Presseberichterstattung in der Frankfurter Rundschau: https://www.fr.de/frankfurt/mit-frauenfoerderung-gegen-den-arbeitskraeftemangel-94475585.html
